Das Vorhaben: ein Blatt ausdrucken. Schwarzweiß. Die dafür zuständige Patrone ist halbvoll.

Der Widersacher: Ein zwei- bis dreimal pro Woche genutzter Epson-Drucker nicht allerjüngster Bauart.

Der Verlauf: Druckauftrag auf PC aufgerufen, im Dialog den Drucker ausgewählt, Drucker eingeschaltet.

Der Drucker läuft an, dreht seine Walzen, hält inne und gibt dann drei langgezogene Piepser von sich. Auf PC-Monitor und Drucker-Display erscheint dieselbe Nachricht: „Magenta ist leer, bitte wechseln.“

Aber ich will doch nur Schwarzweiß, und die SW-Patrone ist noch halbvoll. Dass Magenta leer ist, spielt da doch gar keine Rolle.

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Neuerdings bekommen wir personalisierte Werbung per Post. Auslöser war wohl ein falsch gesetzter Haken bei einer Online-Bestellung. Aktuell einzige Lösung: ein Eintrag in der Robinson-Liste – bzw. beide, es gibt in Deutschland nämlich zwei.

Die wichtigsten Eckpunkte zuerst:

Die Robinsonliste des DDV (Deutscher Dialogmarketing Verband e.V.) macht den Eintrag relativ leicht: Wenn man das Formular erst einmal gefunden hat, wählt man dort Option „A“ (wichtig!) und führt dann darunter bis zu fünf Namen, eine Anschrift und eine E-Mail auf. Der DDV schickt dann eine Mail mit einem Bestätigungslink zurück und fertig. Nach fünf Jahren werden die Einträge gelöscht.

Die Robinsonliste des I.D.I. (Interessenverband Deutsches Internet) ist etwas komplexer aufgebaut. Hier muss man erst ein „Schutzkonto“ einrichten und kann dann bis zu zehn Namen und Anschriften, Telefon-, Mobil- und Faxnummern sowie Mail-Adressen eingeben.

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In meiner Kindheit muss ich mehr Werbung konsumiert haben, als mir bewusst war. Wenn ich an einem WMF-Laden vorbeiwandele, denke ich unwillkürlich an immer dasselbe Wort: „Cromargan“.

Denn nur WMF benutzt Cromargan®. Und dieses Alleinstellungsmerkmal wurde (und wird) fleißig beworben. Im Chemieunterricht guckte ich in meiner grenzenlosen Naivität auf der Periodentabelle zuerst nach Cromargan. Da das wohl etwas Edles war, wähnte ich unter den dreistelligen Elementen. Fehlanzeige.

Ich habe mir dann zusammengereimt, dass es sich wohl um eine Legierung handeln wird. Crom klingt wie Chrom, also wird da wohl Chrom drin sein (Ordnungszahl 24), und Argan … äh … wieder Fehlanzeige auf der Periodentabelle. Es gibt zwar eine Arganie, das ist aber ein Baum.

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Seit einem Jahr haben wir einen Reiskocher. Den haben wir in erster Linie aufgrund eines YouTube-Videos. Das begab sich folgendermaßen.

Es gibt billige und teure Reiskocher. Die billigen funktionieren nach einem einfachen physikalischen Prinzip. Die teuren haben Elektronik und Sensoren und LED-Anzeigen und mühsam zu reinigende Deckel.

Das Prinzip der einfachen Kocher beschreibt Alex Watson in einem elfminütigen Video so unterhaltsam, dass ich unbedingt genau so einen Reiskocher haben wollte. Einen billigen also, keinen modernen.

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Immer mehr Leute präsentieren wieder bewusst ihr Gesicht. Ich hingegen sitze mit Chirurgenmaske auf dem Rad, auf ärztlichen Rat. Der Rat war super, aber ich bemerke die misstrauischen Blicke meiner Umgebung. Was ist denn das für einer? Weiß der etwa nicht, dass Corona vorbei ist? Ist das einer dieser Radikalen?

Rhetorische Fragen gehören schnell aufgelöst. Also: Das ist ein Gerald auf dem Pedelec. Der weiß, dass die Inzidenzwerte erfreulich niedlich sind. Zur dritten Frage: unentschieden.

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Die Coronavirus-Mutationen sollen jetzt bitte nicht mehr nach dem Ort ihrer Entdeckung benannt werden, sondern nach griechischen Buchstaben. Keine Ahnung, ob die Griechen gefragt wurden, wie sie das finden.

Die Medien straucheln noch ein bisschen bei der Umsetzung. Zu lesen sind dann unweigerlich Konstrukte wie „zuerst in Indien nachgewiesene Delta-Mutante“ … was natürlich viel besser ist als der Zustand zuvor.

Ein kleiner Überblick über die bisherigen Varianten:

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Als ich vorhin niesen musste, schien draußen plötzlich die Sonne.

Es gibt diverse Möglichkeiten, mit dem Aufeinandertreffen dieser Ereignisse umzugehen.

Die einfachste besteht darin, sich über die Sonne zu freuen.

Ebenfalls möglich ist, einen direkten Zusammenhang zu sehen: „Wenn ich niese, kommt die Sonne raus.“ Je nach Wolkenlage kann es gelingen, diesen Vorgang zwei, dreimal zu reproduzieren. Das reicht als Beweis: Wenn ich niese, scheint sofort die Sonne.

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Die Zeit hat heute ein Interview mit einem Berliner Intensivmediziner veröffentlicht, unter der plakativen Überschrift: „Jeder dritte Covid-Patient auf einer Intensivstation stirbt“.

Schon vor der Lektüre des Artikels drängte sich mir eine Frage direkt auf: „Ist das eigentlich viel?“

Auf einer Intensivstation landen, wie schon der Name andeutet, besonders schwere Fälle. Ist die Mortalität bei Covid-19-Patienten überdurchschnittlich hoch? Wie hat sie sich im vergangenen Jahr entwickelt? Im Artikel habe ich hierzu kein Indiz gefunden – ist ja auch ein Interview. Ein Kasten mit etwas Kontext wäre trotzdem schön gewesen.

Alles muss man selber machen.

(Spoiler: Ja, die Mortalität von Covid-Patienten ist überdurchschnittlich hoch. Sie ist im vergangenen Jahr allerdings auch deutlich gesunken. Und: Jenseits des Tellerrands sind die Zahlen noch viel, viel schlimmer.)

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