Schreibtipps

Besser und interessanter schreiben

Was tun mit spleenigen Firmen- und Produktnamen

Die erste meiner beiden Grundregeln journalistischer Arbeit lautet: „Die Namen müssen stimmen“. Bei Menschen halte ich diese Maxime für unverhandelbar. Bei den Namen von Firmen und Produkten sehe ich das anders. Das sind keine natürlichen Namen, die kommen aus einem Komitee, wenn nicht gar von einer Marketing-Agentur.

Beim Benennen von Produkten und Herstellern ist das Ziel, hervorzustechen. Bestimmte Tricks bei der Namensgebung machen mich allerdings etwas aggressiv – vor allem seltsame Großschreibung und ausgefallene Interpunktion.

Vor langer, langer Zeit, nannten sich US-Firmen „AAA Irgendwas“ und „ACME“, um im Telefonbuch ganz vorne zu stehen (Für die jüngeren Leser: Telefonbücher waren schwere Papierwälzer, in denen Anschlussinhaber, also Besitzer von Fernsprechern, namentlich sortiert standen. Prä-Internet). Bands nannten sich „Abba“ oder „ZZ Top“, um im Regal des Plattenhändlers leichter gefunden zu werden (Für die Jüngeren: Plattenhändler waren … seufz).

Diese Zeiten sind vorbei. Stattdessen versuchen Hersteller heute oft, durch auffallende Schreibweisen aufzufallen.

So, bevor jetzt ganz viel Text kommt, eine kurze Zusammenfassung:

  • durchgehende Kleinschreibung ist peinlich, Großbuchstaben nach dem ersten Buchstaben noch peinlicher
  • durchgehende Großschreibung bleibt Akronymen vorbehalten, die man eh nicht als Wort ausspricht (z.B. DLG)
  • Einzelne Großbuchstaben in Wörtern tun nicht weh (PageMaker)
  • Interpunktion in Wörtern ist Teufels!werk
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von Gerald Himmelein in Schreibtipps, Sprachliches

Zwei Grundregeln des Journalismus

Wenn ich an Journalismus denke, drängen sich sofort zwei Maximen nach vorn:

  1. Die Namen müssen stimmen.
  2. 70 Prozent der Leser*innen verstehen keine Ironie.

Beide Leitsätze habe ich im Studium gelernt. Es handelte sich dabei mitnichten um Seminargold aus berufenem Professorenmund, sondern um die erstklassigen Ratschläge einer praktisch denkenden Dozentin.

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von Gerald Himmelein in Schreibtipps, Sprachliches

Journalismus, Wahrheit und das große Drama

Die Versuchung ist enorm, hier einen großen Riemen über das „Selbstbild des Journalisten“ zu schreiben. Das Thema lockt, obwohl ich weiß, dass es eine Falle ist.

Denn es gibt „den Journalisten“ (oder die Journalistin) ebenso wenig wie es den Politiker, den Ausländer, den Raucher gibt. Deshalb finde ich es auch unverantwortlich, das Fehlverhalten eines Journalisten auf die ganze Berufsgattung zu übertragen.

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von Gerald Himmelein in Schreibtipps, Sprachliches

Gendern oder nicht

Boah, ging im letzten Frühling ein Rauschen durch den Blätterwald, als gefühlt alle Journalisten darüber diskutierten, ob sie gendern sollen oder nicht.

Kurze Erklärung: Gendering bedeutet die Suche nach geschlechtsneutral beziehungsweise gleichberechtigte Formulierungen. Die Rede ist auch von „integrativem Gendering“.

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von Gerald Himmelein in Schreibtipps