Was tun mit spleenigen Firmen- und Produktnamen

Die erste meiner beiden Grundregeln journalistischer Arbeit lautet: „Die Namen müssen stimmen“. Bei Menschen halte ich diese Maxime für unverhandelbar. Bei den Namen von Firmen und Produkten sehe ich das anders. Das sind keine natürlichen Namen, die kommen aus einem Komitee, wenn nicht gar von einer Marketing-Agentur.

Beim Benennen von Produkten und Herstellern ist das Ziel, hervorzustechen. Bestimmte Tricks bei der Namensgebung machen mich allerdings etwas aggressiv – vor allem seltsame Großschreibung und ausgefallene Interpunktion.

Vor langer, langer Zeit, nannten sich US-Firmen „AAA Irgendwas“ und „ACME“, um im Telefonbuch ganz vorne zu stehen (Für die jüngeren Leser: Telefonbücher waren schwere Papierwälzer, in denen Anschlussinhaber, also Besitzer von Fernsprechern, namentlich sortiert standen. Prä-Internet). Bands nannten sich „Abba“ oder „ZZ Top“, um im Regal des Plattenhändlers leichter gefunden zu werden (Für die Jüngeren: Plattenhändler waren … seufz).

Diese Zeiten sind vorbei. Stattdessen versuchen Hersteller heute oft, durch auffallende Schreibweisen aufzufallen.

So, bevor jetzt ganz viel Text kommt, eine kurze Zusammenfassung:

  • durchgehende Kleinschreibung ist peinlich, Großbuchstaben nach dem ersten Buchstaben noch peinlicher
  • durchgehende Großschreibung bleibt Akronymen vorbehalten, die man eh nicht als Wort ausspricht (z.B. DLG)
  • Einzelne Großbuchstaben in Wörtern tun nicht weh (PageMaker)
  • Interpunktion in Wörtern ist Teufels!werk
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von Gerald Himmelein in Schreibtipps, Sprachliches

Spontanes Gekrakel (3)

Es begab sich zu einer Zeit, als ein Name mit gruseliger Vehemenz durch die Medienlandschaft spukte …

Entstanden innerhalb einer Viertelstunde oder so.

von Gerald Himmelein in Grafisches, Zeichnungen

Moralphilosophische Diskussionen mit dem 1&1-Support

Am Donnerstag war plötzlich, von einer Minute auf die andere, daheim das Internet weg.

Da das nicht zum ersten Mal passierte, bin ich der Reihe nach die üblichen Verdächtigen durchgegangen. Zuerst habe ich nachgesehen, ob der Hund das Kabel aus der TAE-Dose gezerrt hat. Dabei fiel mir ein, dass wir immer noch keinen Hund haben. Dann habe ich den Router neu gestartet und gewartet, bis die Leuchten nicht mehr blinkten.

Als Nächstes habe ich die Administrationsoberfläche des Routers geöffnet, die mir mitteilte, dass ich kein Internet habe.

Sowas aber auch.

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von Gerald Himmelein in Computerei, Eindrücke, Erlebtes

Der Behindertenparkplatz

Beinahe passiert:

Am Parkplatz des Supermarkts sehe ich einen kräftigen Herren, der mit seinem SUV auf dem Behindertenparkplatz steht und Bierkästen in den Kofferraum hievt.

„So behindert sehen Sie gar nicht aus“, sage ich zu ihm, während mein Auto sich aufschließt.

Wortlos klatscht der Mann seinen Kofferraum zu. Darauf prangt groß ein Aufkleber mit der Aufschrift „Freiheit für Beate Zschäpe“.

Ich, hochrot: „Hiermit entschuldige ich mich in aller Form für meinen Irrtum.“

von Gerald Himmelein in Nicht erlebtes

Erbrochenes Deutsch: Die Luftmatratze

Für Weihnachten wollte ich eine eine selbstaufblasende Luftmatratze im Haus haben. Für den Fall des Falles, weil man nie weiß, wer plötzlich übernachten will oder muss.

Ich gehöre zu den letzten drei Leuten auf dem Planeten, die noch Gebrauchsanweisungen lesen. Gelegentlich sind sie sehr informativ, oft vor allem amüsant. Hier hielt es sich die Waage:

Es ging dann noch weiter.

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von Gerald Himmelein in Eindrücke, Gesehenes, Ortogravieh

In-Ears: Hauptsache, nicht zu teuer

Freunden rate ich immer, für In-Ear-Kopfhörer nicht mehr als 40 Euro auszugeben. (Selbst habe ich mich nicht daran gehalten, dazu später mehr.) Die Hauptkriterien für meine Auswahl sind:

  • leichte Hörer mit sicherem Sitz in den Ohren (damit sie nicht rausfallen)
  • Bluetooth (weil ich mich zu häufig in Kabeln verheddere)
  • gute Versiegelung nach außen (möglichst wenig Windgeräusche)
  • unkompliziert zu transportieren (am besten mit eigener Tasche)
  • ordentlicher Bass (nicht zu wummernd oder diffus)
  • bequem zu bedienen (auch im Winter mit Handschuhen)
  • Mikrofon (um damit unterwegs zu telefonieren)

Mit der Regel „leichte Hörer“ fallen alle Ohrhörer heraus, bei denen die Akkus direkt im Hörer sitzen — also auch die aktuell modernen komplett schnurlosen Stöpsel. Der Akku hat gefälligst in der Steuereinheit mit dem Mikrofon zu sitzen.

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von Gerald Himmelein in Eindrücke, Ratschläge
Schwere Sprache: Apostrophe

Schwere Sprache: Apostrophe

Aufgrund meiner wildbewegten Jugend fühlt sich Deutsch für mich mitunter wie eine zweite Sprache an. In meinem Hinterkopf laufen eigentlich dauernd Spanisch und Englisch parallel mit. Wenn die Sprachen im Kopf nicht mehr synchron laufen, fallen mir diverse Kuriositäten auf.

Ein schönes Beispiel ist, wie sich der englische Genitiv schleichend, aber unausweichlich in der deutschen Sprache breitmacht.

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von Gerald Himmelein in Ortogravieh, Sprachliches