Immer mehr Leute präsentieren wieder bewusst ihr Gesicht. Ich hingegen sitze mit Chirurgenmaske auf dem Rad, auf ärztlichen Rat. Der Rat war super, aber ich bemerke die misstrauischen Blicke meiner Umgebung. Was ist denn das für einer? Weiß der etwa nicht, dass Corona vorbei ist? Ist das einer dieser Radikalen?

Rhetorische Fragen gehören schnell aufgelöst. Also: Das ist ein Gerald auf dem Pedelec. Der weiß, dass die Inzidenzwerte erfreulich niedlich sind. Zur dritten Frage: unentschieden.

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Nur ein ganz kurzes Update: Ich habe meinen digitalen Impfnachweis heute Mittag erfolgreich in der Apotheke abgeholt.

Das Personal in der Apotheke wirkte deutlich entspannter als am Dienstag. Die Extra-Crispy-Fotokopien meines Personalausweises und Impfpasses wurden dort direkt in den Shredder befördert. Das fand ich löblich.

Ich bekam zwei A4-Blätter ausgehändigt, mit ziemlich komplexen QR-Codes (Version 13). Für jede Impfung erhielt ich ein Blatt. Die galt es beide einzuscannen.

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Heute ging ich in die Apotheke, um aus meinen analogen Impfausweis einen digitalen Impfnachweis generieren zu lassen. Hat nicht geklappt. Hat sehr spektakulär nicht geklappt.

„Hallo, ich würde gerne meinen analogen Impfausweis digitalisieren lassen.“ Von der anderen Seite des Tresens kommt ein gequältes Lächeln.

„Das können wir machen, aber nicht sofort. Das Portal von IBM ist ausgefallen.“ Bundesweit, fügt sie hinzu, als ob mein amüsierter Blick technische Inkompetenz unterstellen würde.

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Die Coronavirus-Mutationen sollen jetzt bitte nicht mehr nach dem Ort ihrer Entdeckung benannt werden, sondern nach griechischen Buchstaben. Keine Ahnung, ob die Griechen gefragt wurden, wie sie das finden.

Die Medien straucheln noch ein bisschen bei der Umsetzung. Zu lesen sind dann unweigerlich Konstrukte wie „zuerst in Indien nachgewiesene Delta-Mutante“ … was natürlich viel besser ist als der Zustand zuvor.

Ein kleiner Überblick über die bisherigen Varianten:

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Die Zeit hat heute ein Interview mit einem Berliner Intensivmediziner veröffentlicht, unter der plakativen Überschrift: „Jeder dritte Covid-Patient auf einer Intensivstation stirbt“.

Schon vor der Lektüre des Artikels drängte sich mir eine Frage direkt auf: „Ist das eigentlich viel?“

Auf einer Intensivstation landen, wie schon der Name andeutet, besonders schwere Fälle. Ist die Mortalität bei Covid-19-Patienten überdurchschnittlich hoch? Wie hat sie sich im vergangenen Jahr entwickelt? Im Artikel habe ich hierzu kein Indiz gefunden – ist ja auch ein Interview. Ein Kasten mit etwas Kontext wäre trotzdem schön gewesen.

Alles muss man selber machen.

(Spoiler: Ja, die Mortalität von Covid-Patienten ist überdurchschnittlich hoch. Sie ist im vergangenen Jahr allerdings auch deutlich gesunken. Und: Jenseits des Tellerrands sind die Zahlen noch viel, viel schlimmer.)

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Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung hat Wolfgang Schäuble geseufzt, es sei doch echt schlimm, dass zunächst nicht genügend Impfstoff für alle da ist.

Er halte es für richtig, dass Deutschland sich gegenüber der Rest-EU nicht vorgedrängt hat. „Die Krise überwinden wir nur mit Solidarität, in Europa und auch darüber hinaus“ , soll er gesagt haben. (Der komplette Artikel liegt mir leider nicht vor, Paywall.)

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