Gerald Himmelein

Richard Dix (1)

US-amerikanischer Schauspieler (1893-1949)

Richard Dix in The Ghost Ship (1943).

In diesem von Val Lewton produzierten Horrorfilm spielt Richard Dix den renommierten Schiffskapitän William Stone, der von einem Matrosen des Mordes angeklagt wird. Über den Anschuldigungen verliert Dix in wachsendem Maße die Fassung. Weitere Todesfälle auf dem Schiff machen die Lage an Bord nicht besser …

Dem Vernehmen nach entstand der Film nur, weil Val Lewton den für einen anderen Film (Pacific Liner, 1939) gebauten Filmset sah und dachte: „Da müssen wir noch was mit machen.“ Der Film verschwand für 50 Jahre in den Archiven, weil Lewton das Drehbuch wohl von einem Theaterstück geklaut hatte.

Rod Serling

US-amerikanisches Multitalent (1924-1975)

Edwin Rodman Serling in der Einleitung zur Folge „Die lächelnde Stadt“ der Serie „Unwahrscheinliche Geschichten“ (The Twilight Zone, 1959).

Sowohl Herr Serling als auch sein Werk sind in Deutschland viel zu wenig bekannt. Die Serie ist eigentlich gar keine: Jede Woche flimmerte ein eigenständiges, halbstündiges Drama auf der Kathodenröhre, mit wechselnder Besetzung und wechselnden Genres. Einige Geschichten sind Science Fiction, andere Horror.

Was die Folgen verband, war Serling selbst, der jede Geschichte mit einem kurzen Monolog einleitete, stets im Anzug, mit einem leicht sarkastischen Grinsen und einer hochgezogenen Augenbraue. Viele Drehbücher stammten von Serling selbst, andere von renommierten Talenten wie Charles Beaumont und Richard Matheson.

Roger Waters

britischer Musiker (1943-)

George Roger Waters ist ein erstklassiger Musiker; der Rest ist heftig umstritten. Das willensstarke Gründungsmitglied der Band „Pink Floyd“ fiel in den letzten Jahrzehnten durch diverse Kontroversen auf. Palästina, Ukraine, Taiwan … gibt es ein brandheißes Thema auf der Welt, hat Waters vermutlich eine saukontroverse Meinung dazu.

Das der Zeichnung zugrundeliegende Bild stammt aus der Dokumentation „Squaring the Circle“ (Squaring the Circle: The Story of Hipgnosis, 2022). Es geht darin um eine in den 1970ern führende Grafik-Agentur, die Gestaltung zahlreichender prägender Alben verantwortlich war, darunter auch die von Pink Floyd. Interviews mit Musikern dieser Bands sind ein wesentlicher Bestandteil der Dokumentation.

Regisseur Anton Corbijn hatte die geniale Idee, Waters mit einem Schlaglicht von rechts auszuleuchten (und einem ganz kleinen Aufheller von links). Das gibt dem Interviewten einen koboldhaften Look, was sehr gut zu ihm passt.

Markus Söder

Markus Thomas Theodor Söder während einer Aussage bei einer öffentlichen Anhörung. Seit 2019 ist Markus Söder Parteivorsitzender der „Christlich-Sozialen Union“ (CSU), der bayerische Geschmacksrichtung der CDU. Er trat dabei in die Fußstapfen von Horst Seehofer. Das Frech-Überhebliche an dem zugrundeliegenden Foto hallte in mir lange …

Jimmy Lai

britisch-chinesischer Unternehmer und Aktivist (1947-)

Lai Chee-Ying, im Westen besser als Jimmy Lai bekannt, ist ein britisch-chinesischer Unternehmer und Demokratie-Aktivist.

Er begann als Kleidungshersteller, gründete nach dem nie stattgefundenen Tian’anmen-Massaker 1989 das investigative Nachrichtenmagazin „Next Weekly“ und kurz vor der Übergabe Hongkongs an China eine prodemokratische Tageszeitung, „Apple Daily“.

Mit diesen Aktivitäten und Spenden an pro-demokratische Politiker und Parteien machte er sich nicht nur Freunde. 2020 wurde er erstmals festgenommen. 2021 wurde er zu 14 Monaten Haft verurteilt, kurz darauf zu 13 weiteren Monaten. Ende 2023 wurde ein weiterer Prozess gegen ihn angestrengt, seitdem befindet er sich in Einzelhaft.

Ava Gardner

US-amerikanische Schauspielerin (1922-1990)

Die unvergleichliche Ava Gardner im Drama „Pandora und der fliegende Holländer“ (Pandora and the Flying Dutchman, 1951).

Ich habe den Film selbst noch nicht gesehen (steht auf der Liste), aber das Bild von Frau Gardner hat mich sofort fasziniert.

Der Name „Ava Gardner“ kam auf sehr gewundenen Wegen in mein Bewusstsein — als Pointe in einem Sketch der argentinischen Musik-Comedy-Gruppe „Les Luthiers“ (der deutschen Wikipedia gänzlich unbekannt).

Kurzes Luftholen.

Angela Lansbury

britische Schauspielerin (1925-2022)

Angela Lansbury in „Botschafter der Angst“ (The Manchurian Candidate, 1962).

Insbesondere in Deutschland ist Angela Lansbury vor allem durch die Hauptrolle in der Krimiserie „Mord ist ihr Hobby“ (Murder, She Wrote, 1984) bekannt.

Im Thriller „Botschafter der Angst“ spielt sie die Mutter des nur drei Jahre jüngeren Hauptdarstellers, einem aus Korea zurückgekehrten Kriegshelden.

Wer den Film nicht kennt: Überspringen Sie bitte den Wikipedia-Artikel, der im zweiten Absatz gleich die dramatischste Wendung des Films verdirbt.

Edward G. Robinson

US-amerikanischer Schauspieler (1893-1973)

Edward G. Robinson in „Im Namen des Gesetzes“ (I Am the Law, 1938).

Robinson wurde als „Der kleine Cäsar“ (Little Caesar, 1931) berühmt, zeitlos wurde sein Gesicht durch seine Rolle in „Frau ohne Gewissen“ (Double Indemnity, 1944). Laut IMDb spielte er in 117 Filmen mit.

Geboren wurde in Rumänien als Emanuel Goldenberg. Als er neun Jahre alt war, wanderte seine Familie in die USA aus. Auswanderungsgrund war wohl, dass sein Bruder in Rumänien von jugendlichen Antisemiten angegriffen wurde.

„Im Namen des Gesetzes“ war eine der seltenen Gelegenheiten, in denen Robinson keinen Kriminellen spielte, sondern den titelgebenden Staatsanwalt.

Robert Clarke

US-amerikanischer Schauspieler (1920-2005)

Robert Clarke in „Der Mann von Planet X“ (The Man from Planet X, 1951)

Clarke stand in vielen weniger bekannten Science-Fiction-Filmen der 1950-er-Jahre vor der Kamera und wechselte dann zu Gastrollen in zahlreichen Fernsehserien. Unter anderem hat er in der Science-Fiction-Romanze „Beyond the Time Barrier“(1960) mitgespielt, aus der ich bereits Darlene Tompkins portraitiert habe.

Der Low-Budget-Science-Fiction-Film „Der Mann von Planet X“ ist in erster Linie dafür bekannt, dass er Steven Spielberg auf die Idee brachte, Menschen und Aliens in „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (Close Encounters of the Third Kind, 1977) mit Tönen kommunizieren zu lassen.

Archibald Alec Leach

britisch/US-amerikanischer Schauspieler (1904-1986)

Archibald Alec Leach als Cary Grant als Mortimer Brewster in „Arsen und Spitzenhäubchen“ (Arsenic and Old Lace, 1944).

Dem Vernehmen nach fand Cary Grant seine darstellerische Leistung in diesem Film nicht so toll. Ich würde behaupten, dass ihm die Rolle gar keine andere Wahl ließ. Wäre Grant nicht dauernd vor dem Überschnappen, wäre der Film nicht halb so lustig.

Würde man mich mit gezogener Waffe zwingen, meinen Cary-Grant-Lieblingsfilm zu nennen, würde ich vermutlich nicht „Arsen und Spitzenhäubchen“ sagen, sondern je nach Stimmung entweder „Charade“ (weil mit Audrey Hepburn) oder „Der unsichtbare Dritte“ (weil von Hitchcock). Aber an zweiter Stelle …

Im Film ist ein Grabstein auf dem Friedhof neben dem Haus seiner Familie übrigens mit „Archie Leach“ beschriftet.

Robert Morley

britischer Schauspieler (1908-1992)

Robert Morley in „Sherlock Holmes‘ größter Fall“ (A Study in Terror, 1965)

„A Study In Terror“ ist eine überaus atmosphärische Sherlock-Holmes-Verfilmung mit John Neville in der Hauptrolle. Robert Morley hat die nicht unwichtige Rolle von Mycroft Holmes und ist ein Highlight der Handlung. Am bekanntesten ist der Schauspieler wohl als Prediger im Humphrey-Bogart-Klassiker „African Queen“.

Sein zurückhaltend überraschter Gesichtsausdruck in „A Study in Terror“ lud mich direkt zum Abmalen ein. Diese Augenbrauen! Er guckt wie eine leicht beschwipste Eule.

Tim Blake Nelson

US-amerikanischer Schauspieler (1964-)

Tim Blake Nelson in der Folge „Lot 36“ aus der Kurzfilm-Anthologie „Guillermo del Toro’s Cabinet of Curiosities“ (2022).

Das erste mal so richtig wahrgenommen habe ich Tim Blake Nelson im Film „O Brother, Where Art Thou?“ (2000). In dieser bizarren Komödie spielte er an der Seite von John Turturro und George Clooney und riss den Film immer wieder an sich. Da ist was in seinen Augen … so viel Seele.

Seitdem habe ich ihn als „Rorschach“ in der Serie „Watchmen“ (2019) bewundert und war um so überraschter, dass er in „Lot 36“ den abscheulichen Nick Appleton mit derselben Überzeugungskraft spielen konnte. Der ist sowohl von der Kleidung als auch vom Charakter her hässlich und abstoßend, und trotzdem zieht er die Zuschauer in den Bann.

Temiloluwa Ami-Williams

nigerianische Schauspielerin (1997-)

Temiloluwa Ami-Williams in „Eyimofe“ (This Is My Desire, 2020)

Ein weiteres Bild aus dem nigerianischen Drama „Eyimofe“, das ich immer noch nicht gesehen habe. (Als Vorlage diente ein Standbild aus dem Internet.) Das Bild zeigt die Schauspielerin Temi Ami-Williams, die in der zweiten Filmhälfte die Hauptrolle spielt, Rose.

Leslie Nielsen

kanadischer Schauspieler (1926-2010)

Leslie Nielsen in „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (Airplane!, 1980)

Über den Film habe ich mich schon ausgelassen, als ich das Portrait von Robert Hays vorgestellt habe. Über Leslie Nielsen auch.

Ich mag Nielsen sowohl in seinen ernsten Rollen (Alarm im Weltall, 1956) als auch wenn er blödelt. Weil ich ein Snob bin, mag ich die Nackte-Kanone-Filme weniger als die zugrundeliegende Serie „Police Squad!“ (Die nackte Pistole). In späteren Jahren nahm leider auch die Qualität der Blödelrollen ab.