Gerald Himmelein

Vom Pfau beschissen

Die folgende Geschichte ist wahr. Sie handelt von Fahrradsatteln und Vögeln und Journalismus und sie enthält Kraftausdrücke.

Vor einigen Wochen, als der Zoo Corona-bedingt noch zu war, fuhr ich mit dem Rad durch den anliegenden Stadtwald und hätte um ein Haar einen Pfau überfahren. Der Freiläufer stolzierte rotzfrech über den Radweg und kümmerte sich einen Dreck darum, dass ich beinahe in einen Baum gestrampelt wäre, um ihm auszuweichen.

Ich stieg ab, rief beim Zoo an, um den Ausreißer zu melden, und bekam nur den Automaten ans Ohr: „Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Erlebniszoo Hannover leider, leider geschlossen. Sie erreichen uns über unsere Social-Media-Kanäle …“

Eine sehr gute Frage …

Im Studium hatten wir einen Professor, dessen Namen ich jetzt mal nicht nennen will. Er war sehr freundlich und zuvorkommend und sozial. Er hatte aber auch eine faszinierende Marotte.

Wenn ein*e Student*in im Seminar eine Frage stellte, auf die er keine Antwort hatte, antwortete er unweigerlich mit den Worten:

Varianten eines Themas

Wenn Twitter nicht gerade Schlagzeilen macht, kann es ein wunderschöner Quell für kollaborativen Humor sein. Etwa hier, wo ein Witz in zwei Pointen endet. Erst das Original:

Jetzt das Ganze nochmal, aber anders:

The Joy of Styles

Textverarbeitungen zähmen

Ich war mal wieder produktiv:

Nachdem ich kürzlich das Textdokument eines Familienmitglieds neu formatieren „durfte“, verspürte ich plötzlich einen unbändigen Drang, die Vorzüge von Absatzvorlagen zu predigen. Bevor Sie jetzt sagen „das klingt nach Arbeit, igitt“ und schnell wegklicken, nur eins: Das Beste am Einsatz von Vorlagen besteht darin, dass sie Schweißausbrüche und Nervenzusammenbrüche verhindern. Und das kann ich belegen.

aus: The Joy of Styles – Mit Stilvorlagen arbeiten

Diese Einleitung ist komplett wahr, aber nicht die ganze Wahrheit: Tatsächlich waren es zwei Dokumente, die ich komplett neu formatiert habe, bevor ich beschloss, dass ich daraus unbedingt einen Text machen muss.

Google Bildersuche retten

Google hat seine Bildersuche (Google Image Search) in den letzten Monaten immer weiter verschlimmbessert. Ich suche häufig nach der größtmöglichen Auflösung eines Bilds, das ich irgendwo gefunden habe – oft, um dessen ursprüngliche Quelle aufzuspüren.

Früher zeigte mir die Google-Bildersuche optional die Dateigröße an, was sehr half. Längst nicht mehr. Klar kann ich stattdessen DuckDuckGo verwenden, doch deren Bildersuche bleibt hinter den Ergebnissen von Google zurück (ansonsten finde ich DDG klasse).

Aus der Ferne helfen

Nein, dies ist kein Spendenaufruf.

In meinem mittlerweile monatlichen SoftMaker-Blog habe ich über Fernsupport geschrieben, sei es mit AnyDesk, TeamViewer oder VNC.

Manchmal ist die Person, die Ihre Hilfe benötigt, schon damit überfordert, die Fernverwaltungssoftware selbsttätig zu starten. Dies bedeutet, dass Sie Ihren Schützling beim Download telefonisch anleiten müssen. Gehen Sie in kleinen Schritten vor und führen Sie jeden Schritt parallel auf Ihrem eigenen Computer aus, um sicherzustellen, dass Sie nichts Wesentliches auslassen.

Der höfliche Bettler

Er kommt mit einem leichten Zögern auf mich zu, als sei es ihm peinlich, mich anzusprechen. Mit minimal gesenktem Kopf, aber aktiv Augenkontakt suchend, spricht er mich an.

„Entschuldigen Sie bitte, aber hätten Sie vielleicht einen Euro für einen Kaffee für mich übrig?“

Ein formvollendeter Vortrag. Seine Augen bittend, seine offene Hand leicht in meine Richtung zeigend, ohne fordernd zu wirken. Er trägt einen abgetragenen Anorak, einen etwas zerzupften Bart, ist vermutlich um die Anfang Sechzig, aber vielleicht auch erst Mitte Vierzig. Schwer zu sagen, Leute mit stark bewegtem Lebenswandel sehen früh verlebt aus.

Ich weiß nicht, was ich antworten soll.

Zehn Schritte vor dem MRT

(Fast passiert.)

Vor der MRT-Maschine stellt die medizinische Fachangestellte die letzten Sicherheitsfragen.

Habe ich Metall im Körper? Nein.

Bin ich Diabetiker? Nein.

Habe ich hohen Blutdruck? Nein.

„Haben Sie MS?“

Große Probleme

Ein guter Freund ist eher hochgewachsen. Hinzu kommt seine imposante Breite – ein Nachtclub würde ihn ohne weitere Fragen als Türsteher einstellen. Er ist an einer Stelle im Leben angelangt, in dem ihm Witze über sein Format etwas auf die Nerven gehen („Wie ist die Luft da oben“ u. ä.).

Neulich schrieb er mir als Textnachricht:

Hab heute im Supermarkt eine kleinwüchsige Frau gebeten, mir etwas aus dem untersten Fach rauszugeben. War auch wieder nicht okay …