7 Gründe, warum Listenartikel das Letzte sind

1. Listicle-Überschriften sind reiner Klickfang.

Die einzige Aufgabe eines Listicle-Titels besteht darin, Leser zum Klicken zu bringen. Im Neudeutschen heißt das „Clickbait“ , die eigentlich schönen deutschen Entsprechungen „Klickfang“ oder „Klickköder“ benutzt kaum jemand.

Ich verstehe, wenn Sie jetzt etwas missmutig dreingucken: „Aber Listenartikel sind doch dafür da, um mich zu amüsieren!“ Schön wär’s. Ob Sie sich amüsieren, ist den Schreiberlingen total egal, denen zählen nur die Page Impressions, vulgo: Klicks.

Warum sind Page Impressions so wichtig? Wegen der Werbung. Der eigentliche Inhalt der meisten Websites ist die Werbung, der Text drumherum ist primär der Köder bzw. die Sättigungsbeilage. Deshalb verteilen Listenartikel ihre mageren Inhalte auch auf mehrere Seiten: weil dann mehr Werbung reinpasst. Mehr Werbung, mehr Geld.

Beim typischen Listenartikel steht am Anfang der Überschrift eine Zahl, am besten zwischen 3 und 11 — 57 wäre etwas arg hoch gegriffen. Dann kommt das Thema, am besten etwas, was viele Leute zumindest am Rande interessiert, bei dem sie sich aber noch durch Details überraschen lassen. Es sollte also etwas sein, das neugierig macht.

Sehen Sie her: direkte Anrede wirkt!

„4 Tipps, wie Sie sich vor Corona-Viren schützen“ kann heute jeder im Schlaf rezitieren, da klickt keiner mehr drauf. Andererseits … direkte Anrede, das kommt immer gut. Also die Idee vielleicht zumindest für die nächste Pandemie notieren.

„7 Methoden, Katzen das Kotzen abzugewöhnen“ funktioniert garantiert, weil Katzen immer gehen. Es werden sogar Katzenkenner klicken, die schon sieben Methoden kennen, weil sie wissen wollen, ob ihr empirischer Erfahrungsschatz sich mit dem derangierten Geschreibsel eines Möchtegernjournalisten deckt, der diesen Artikel nur für Pageviews geschrieben hat, nicht für Menschen.

Für den Artikeltext selbst gelten zusätzliche Spielregeln.

Suchmaschinen mögen Zahlen
Jeder SEO-Spezialist weiß, dass Zahlen Suchmaschinen anziehen – vielleicht sogar auch Leser*innen.

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