7 Gründe, warum Listenartikel das Letzte sind

7. Mir fällt nichts mehr ein, aber es fehlt noch ein Punkt.

Dass Listenartikel ihren uninteressanten, mageren Inhalt zu übermäßig viel Geschwafel aufblähen, ist nur ein Teil des Problems. Darüber hinaus verteilen sie das Gefasel auch auf mehrere Seiten, um das Publikum mit möglichst viel Werbung quälen zu können.

Was meine ich mit Geschwafel? Es kommen immer wieder Einschübe, die eigentlich nichts mit dem Thema zu tun haben. Sie stehen nur da, weil sie für Suchmaschinen interessante Schlüsselwörter enthalten.

Wer bei Google nach einer bestimmten Sorte von Spezialkochtöpfen sucht, landet schnell bei einem angeblichen „Test“, der sich bei näherem Hinsehen als ziemlich dünne Trägersubstanz für Affiliate-Links entpuppt. So heißen Links zu Amazon, bei denen der Macher der Seite eine Umsatzbeteiligung bekommt, wenn jemand draufklickt und am Ziel etwas kauft — das muss nicht einmal ein Topf der beschriebenen Art sein.

Eine Illusion von Informationstiefe

Die Seite selbst besteht aus redundanten Beschreibungen zur Funktionsweise der Töpfe, Listen der Dinge, die man damit zubereiten kann, Pro- und Kontra-Spalten, einer Übersicht verbreiteter Marken (die nicht einmal alle einen Topf dieses Typs anbringen) und ein Video, das nicht einmal einen Spezialkochtopf des versprochenen Typs zeigt.

Nichts davon zielt auf Informationsgewinn ab; das ganze Brimborium dient nur dazu, möglichst viele Keywords einzubinden, die Position in der Suchmaschine hochzutreiben und an den Amazon-Links zu verdienen. Für Interessenten am Thema ist die Seite ziemlicher Müll.

Wie dieser Artikel hier. Warum zum Kuckuck haben Sie sich bis hier durchgeklickt? Spätestens auf der fünften Seite müssen Sie gemerkt haben, dass Sie hier nur Ihre Zeit verschwenden. Aber …

Genau: Sie hatten die Hoffnung, dass am Ende doch noch irgendetwas Nützliches für Sie abfällt.

Etwas Nützliches für Sie

Dann will ich Sie mal nicht enttäuschen und gebe Ihnen zum Abschluss einen nützlichen Rat: Meiden Sie Listenartikel.

Wenn genug Leute aufhören, auf Artikel mit Überschriften wie „6 Diäten und die Promis, die damit abgenommen haben“ zu klicken, wird nach und nach auch das Interesse der Suchmaschinen erlöschen. Hoffe ich jedenfalls.

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Das wird zwar die Welt garantiert nicht besser machen, aber zumindest haben Sie meinen Artikel dann nicht nur passiv konsumiert, sondern aktiv damit interagiert. Und das ist doch das wichtigste am Netz, Interaktion!

Eine Illusion von Tiefe
Keywords statt Inhalte: Hauptsache, die Leute klicken auf die Werbung.
Der Autor dieses Artikels

Portrait: Der Autor dieses Artikels.

Nein, natürlich ist das hier nicht der Autor, sondern ein fotogenes Portait aus der Retorte.

Mehr gefällig?