7 Gründe, warum Listenartikel das Letzte sind

3. Listenartikel stellen gerne Meinungen als Tatsachen dar.

Jemand mag die Matrix-Sequels nicht? Bamm, Ihr Listicle heißt „9 Reasons The Matrix Sequels Suck“. Nicht etwa „9 Gründe, warum mir der zweite und dritte Matrix-Film nicht so sehr gefielen“, nein nein. Jemand ist der Meinung, dass Leggings mitunter etwas vulgär aussehen? „6 Reasons Why Leggings Have To Be Banned NOW – WITH PHOTOS“ . Und so weiter.

Wenn es mal um Meinungen geht, dann werden auch diese verabsolutiert: „5 Things Fans Hated About the Star Wars Sequels“ – nicht „ich mochte das nicht“, sondern „das ist Mist (weil ich es so sage)“. Das Gegenteil geht natürlich auch: „5 Gründe, warum ganz Amerika Kamala Harris liebt“. Wäre vielleicht schön wenn wahr, stimmt aber garantiert nicht — da gibt es mindestens einen Abweichler.

Zu Tatsachen hochstilisierte Anmaßungen sind die Regel

Kurzum, Listenartikel sind Hochstapelei: Anmaßungen, Verallgemeinerungen, als Tatsachen verkleidete Meinungen, zu Artikeln umgearbeitete Forenthreads. Von Papier heißt es, es sei geduldig. Online ist zwar die Aufmerksamkeitsspanne kürzer, aber die Toleranz für Triviales und inhaltlich Ungenügendes signifikant höher.

Das illustriere ich im Folgenden an einem Beispiel.

Hochstilisierte Anmaßungen
Viele Leser*innen sind erfreut, wenn ein Artikel ihre Meinung als Tatsache wiedergibt.

Mehr gefällig?