Sprachliches

Sprachliches & Schreibtipps

Schwere Sprache: genau so vs. genauso

Schwere Sprache: genau so vs. genauso

Mitunter verhake ich mich hoffnungslos in der deutschen Rechtschreibung und greife dann ächzend zum Duden. Besonders gemein finde ich „genau so“ und „genauso“. Zur Illustration des Problems:

Genau so war es, aber genauso gut hätte es anders kommen können.

Meine Eselsbrücken sind:

  • Soll Präzision betont werden, wird „genau so“ getrennt geschrieben.
  • Geht es um eine Ähnlichkeit, wird „genauso“ zusammengeschrieben.

Beispiele:

  • Genau so habe ich das Wort zu schreiben.
  • Genau so ist der Satz gemeint.

Aber:

  • Genauso gut könntest Du mit dem Fahrrad fahren.
  • Ich verstehe die Rechtschreibregeln genauso wenig wie Du.

Weiterführende Links mit Beispielen:

von Gerald Himmelein in Ortogravieh, Sprachliches
Schwere Sprache: Auslassungspunkte …

Schwere Sprache: Auslassungspunkte …

Etwas, was ich auch nach Jahrzehnten beruflichen Schreibens immer wieder falsch gemacht habe, war das Setzen von Auslassungspunkten. Dann wurde ich zum Gegenleser geschlagen und plötzlich musste ich es beherrschen.

Schnell stellte ich fest, dass die Regeln eigentlich ganz einfach sind. Plötzlich irritierte es mich ungemein, dass die lieben Kollegen das irgendwie nicht gebacken kriegten. Immer wieder musste ich mich daran erinnern, dass ich es mindestens 15 Jahre selbst immer wieder falsch gemacht habe.

Also nochmal zum Mitmeißeln die drei wesentlichen Regeln:

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von Gerald Himmelein in Ortogravieh, Sprachliches

Was tun mit spleenigen Firmen- und Produktnamen

Die erste meiner beiden Grundregeln journalistischer Arbeit lautet: „Die Namen müssen stimmen“. Bei Menschen halte ich diese Maxime für unverhandelbar. Bei den Namen von Firmen und Produkten sehe ich das anders. Das sind keine natürlichen Namen, die kommen aus einem Komitee, wenn nicht gar von einer Marketing-Agentur.

Beim Benennen von Produkten und Herstellern ist das Ziel, hervorzustechen. Bestimmte Tricks bei der Namensgebung machen mich allerdings etwas aggressiv – vor allem seltsame Großschreibung und ausgefallene Interpunktion.

Vor langer, langer Zeit, nannten sich US-Firmen „AAA Irgendwas“ und „ACME“, um im Telefonbuch ganz vorne zu stehen (Für die jüngeren Leser: Telefonbücher waren schwere Papierwälzer, in denen Anschlussinhaber, also Besitzer von Fernsprechern, namentlich sortiert standen. Prä-Internet). Bands nannten sich „Abba“ oder „ZZ Top“, um im Regal des Plattenhändlers leichter gefunden zu werden (Für die Jüngeren: Plattenhändler waren … seufz).

Diese Zeiten sind vorbei. Stattdessen versuchen Hersteller heute oft, durch auffallende Schreibweisen aufzufallen.

So, bevor jetzt ganz viel Text kommt, eine kurze Zusammenfassung:

  • durchgehende Kleinschreibung ist peinlich, Großbuchstaben nach dem ersten Buchstaben noch peinlicher
  • durchgehende Großschreibung bleibt Akronymen vorbehalten, die man eh nicht als Wort ausspricht (z.B. DLG)
  • Einzelne Großbuchstaben in Wörtern tun nicht weh (PageMaker)
  • Interpunktion in Wörtern ist Teufels!werk
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von Gerald Himmelein in Schreibtipps, Sprachliches

Erbrochenes Deutsch: Die Luftmatratze

Für Weihnachten wollte ich eine eine selbstaufblasende Luftmatratze im Haus haben. Für den Fall des Falles, weil man nie weiß, wer plötzlich übernachten will oder muss.

Ich gehöre zu den letzten drei Leuten auf dem Planeten, die noch Gebrauchsanweisungen lesen. Gelegentlich sind sie sehr informativ, oft vor allem amüsant. Hier hielt es sich die Waage:

Es ging dann noch weiter.

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von Gerald Himmelein in Eindrücke, Gesehenes, Ortogravieh
Schwere Sprache: Apostrophe

Schwere Sprache: Apostrophe

Aufgrund meiner wildbewegten Jugend fühlt sich Deutsch für mich mitunter wie eine zweite Sprache an. In meinem Hinterkopf laufen eigentlich dauernd Spanisch und Englisch parallel mit. Wenn die Sprachen im Kopf nicht mehr synchron laufen, fallen mir diverse Kuriositäten auf.

Ein schönes Beispiel ist, wie sich der englische Genitiv schleichend, aber unausweichlich in der deutschen Sprache breitmacht.

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von Gerald Himmelein in Ortogravieh, Sprachliches
Schwere Sprache: auf Andere warten

Schwere Sprache: auf Andere warten

Eigentlich ist Instant Messaging ja eine rechtschreibregelfreie Zone. Und dennoch habe ich innegehalten, als ich mein eben Getipptes ansah: „Ich bin es nicht gewohnt, auf andere zu warten.“ (Ein Scherz! Im Kontext ist das echt lustig.) War das so überhaupt richtig? Schreibt man „andere“ noch klein? Eigentlich ersetzt es ja ein Hauptwort, dann müsste es doch groß geschrieben werden. Aber „zum anderen“ wird ja kleingeschrieben.

Was sagt der Duden? Grundsätzlich sei beides erlaubt.

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von Gerald Himmelein in Ortogravieh
Schwere Sprache: brillant

Schwere Sprache: brillant

Das ist tatsächlich die richtige Schreibweise: „brillant“ – mit nur einem „i“. Ein Freund merkte gestern im Chat an, dass er gerade erst bemerkt habe, das bisher falsch geschrieben zu haben, und dass er sich dafür schäme.

Dieses Wort ist aber auch eine fiese Nummer: im Englischen heißt es „brilliant“, im Spanischen „brilliante“, und die Schreibweise des deutschen Verbs „brillieren“ führt auch in die falsche Richtung.

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von Gerald Himmelein in Ortogravieh

Zwei Grundregeln des Journalismus

Wenn ich an Journalismus denke, drängen sich sofort zwei Maximen nach vorn:

  1. Die Namen müssen stimmen.
  2. 70 Prozent der Leser*innen verstehen keine Ironie.

Beide Leitsätze habe ich im Studium gelernt. Es handelte sich dabei mitnichten um Seminargold aus berufenem Professorenmund, sondern um die erstklassigen Ratschläge einer praktisch denkenden Dozentin.

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von Gerald Himmelein in Schreibtipps, Sprachliches

Teppfihler und Korekkturen

Ein guter und gutmütiger Freund hat mich auf diverse Fehler aufmerksam gemacht, die mir ausgerechnet im Text über Journalismus und Wahrheit unterlaufen waren. Ich habe daraufhin mal alle bisher hier veröffentlichten Beiträge durch eine Rechtschreib- und Grammatikprüfung gejagt – kaum einer war fehlerfrei.

Wie peinlich.

Bei meiner Hauruck-Aktion habe ich bestimmt nicht alle Patzer gefunden. Mir fehlt eine Korrektur-Instanz, die mit unverbautem Blick auf meine Texte blickt.

Wer sprachliche oder inhaltliche Mängel auf der Site findet, möge bitte so freundlich sein, mir Bescheid zu sagen. Meine Mail-Adresse findet sich im Impressum der Website; ein Kontaktformular ist in Vorbereitung.

von Gerald Himmelein in Administrativa, Ortogravieh