Neulich kam es mal wieder zu Streit mit meinem Vater. Anlass waren natürlich Feinheiten der deutschen Grammatik. Ich hatte einen Text begonnen mit:

In einer spanischsprachigen Aphorismen-Sammlung steht folgender wunderschöner Satz:

Mein Vater war der Ansicht, das sei falsch. Zunächst fragte er betont freundlich, per Instant Messenger:

Sollte nicht das „r“ am Ende von „wunderschöner“ gestrichen werden?

Verunsichert, spielte ich erst einmal auf Zeit: „Da muss ich nachschlagen.“ Und dann, als ich nachgeschlagen hatte: „Duden sagt, das sei so richtig.“

So leicht wollte mein Vater nicht locker lassen.

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In einer spanischsprachigen Aphorismen-Sammlung steht folgender wunderschöner Satz:

La gallina es un intermediario entre dos huevos.

Weniger amüsant, dafür aber sprachlich spannend, ist die Frage der passenden Übersetzung. Sie hängt davon ab, ob „intermediario“ ein Substantiv sein soll oder ein Adjektiv.

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Listenartikel (engl. Listicles) bilden das unterste Niveau des Schreibertums. Journalismus mag ich das gar nicht mehr nennen. Und doch: Obwohl Leser*innen es eigentlich besser wissen müssten, klicken sie immer wieder auf die Schlagzeilen.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum Listenartikel das Letzte sind, woraus sie sich zusammensetzen und warum sie trotz ihrer unübersehbaren Schwächen so viel Erfolg haben.

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Schwere Sprache

Etwas, was ich auch nach Jahrzehnten beruflichen Schreibens immer wieder falsch gemacht habe, war das Setzen von Auslassungspunkten. Dann wurde ich zum Gegenleser geschlagen und plötzlich musste ich es beherrschen.

Schnell stellte ich fest, dass die Regeln eigentlich ganz einfach sind. Plötzlich irritierte es mich ungemein, dass die lieben Kollegen das irgendwie nicht gebacken kriegten. Immer wieder musste ich mich daran erinnern, dass ich es mindestens 15 Jahre selbst immer wieder falsch gemacht habe.

Also nochmal zum Mitmeißeln die drei wesentlichen Regeln:

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Die erste meiner beiden Grundregeln journalistischer Arbeit lautet: „Die Namen müssen stimmen“. Bei Menschen halte ich diese Maxime für unverhandelbar. Bei den Namen von Firmen und Produkten sehe ich das anders. Das sind keine natürlichen Namen, die kommen aus einem Komitee, wenn nicht gar von einer Marketing-Agentur.

Beim Benennen von Produkten und Herstellern ist das Ziel, hervorzustechen. Bestimmte Tricks bei der Namensgebung machen mich allerdings etwas aggressiv – vor allem seltsame Großschreibung und ausgefallene Interpunktion.

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Schwere Sprache

Aufgrund meiner wildbewegten Jugend fühlt sich Deutsch für mich mitunter wie eine zweite Sprache an. In meinem Hinterkopf laufen eigentlich dauernd Spanisch und Englisch parallel mit. Wenn die Sprachen im Kopf nicht mehr synchron laufen, fallen mir diverse Kuriositäten auf.

Ein schönes Beispiel ist, wie sich der englische Genitiv schleichend, aber unausweichlich in der deutschen Sprache breitmacht.

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Schwere Sprache

Eigentlich ist Instant Messaging ja eine rechtschreibregelfreie Zone. Und dennoch habe ich innegehalten, als ich mein eben Getipptes ansah: „Ich bin es nicht gewohnt, auf andere zu warten.“ (Ein Scherz! Im Kontext ist das echt lustig.) War das so überhaupt richtig? Schreibt man „andere“ noch klein? Eigentlich ersetzt es ja ein Hauptwort, dann müsste es doch groß geschrieben werden. Aber „zum anderen“ wird ja kleingeschrieben.

Was sagt der Duden? Grundsätzlich sei beides erlaubt.

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