7 Gründe, warum Listenartikel das Letzte sind

2. Auch der Artikel selbst ist nur Clickbait.

Nach der Erfindung einer Überschrift beginnt der Schreiberling eine ausführliche und tiefschürfenden Recherche über das Thema. — Nein, das macht er natürlich nicht! Wie kommen Sie nur auf sowas? (Ein schönes Beispiel für die obengenannte direkte Anrede.)

Im Fall des Katzenartikels setzt er auf Quora oder Gute Frage oder Twitter oder Facebook oder Reddit einen Post ab: „Was macht ihr, wenn eure Katzen kotzen? Brauche Hilfe!“ Dann wartet er zwei Stunden, sammelt die Antworten ein und fabriziert aus dem Ergebnis seinen gottlosen Listenartikel.

Listenartikel aus dem Baukasten

Noch einfacher schreibt sich ein Listicle über eine Berühmtheit (9 Dinge, die Sharon Stone geheimhalten will), eine Serie (8 Beispiele dafür, wie Star Trek die moderne Wissenschaft inspiriert) oder die Feuerwehr (5 schlimme Brände und 11 Nacktfotos der Retter).

Für ersteres reicht eine Online-Suche nach „sharon stone secrets“, für den zweiten Punkt ein Besuch bei der IMDb, Abteilung Trivia. Auch das dritte Thema ist leicht umzusetzen — mir fehlt hier leider der Platz, das alles im Detail auszuführen. Bzw. es würde Arbeit machen. Listenartikel müssen aber schnell entstehen.

Ach ja, natürlich sind Hyperlinks innerhalb des Artikels sehr wichtig. Am besten sollten sie zu anderen Beiträgen auf der selben Site zeigen, um Leute zum Verweilen zu bewegen, aber möglichst auch zu beliebten Internet-Ausflugszielen, um von deren Ruhm ein bisschen abzubekommen.

Am einfachsten schreibt sich ein Artikel, indem man Meinungen verabsolutiert. Was ich damit meine? Kommt gleich.

Listenartikel aus dem Baukasten
Listenartikel versprechen Amüsement und Zerstreuung, sind oft aber nur Zeitfüller.

Mehr gefällig?