journalismus

Textverarbeitungen zähmen

Ich war mal wieder produktiv:

Nachdem ich kürzlich das Textdokument eines Familienmitglieds neu formatieren „durfte“, verspürte ich plötzlich einen unbändigen Drang, die Vorzüge von Absatzvorlagen zu predigen. Bevor Sie jetzt sagen „das klingt nach Arbeit, igitt“ und schnell wegklicken, nur eins: Das Beste am Einsatz von Vorlagen besteht darin, dass sie Schweißausbrüche und Nervenzusammenbrüche verhindern. Und das kann ich belegen.

aus: The Joy of Styles – Mit Stilvorlagen arbeiten

Diese Einleitung ist komplett wahr, aber nicht die ganze Wahrheit: Tatsächlich waren es zwei Dokumente, die ich komplett neu formatiert habe, bevor ich beschloss, dass ich daraus unbedingt einen Text machen muss.

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von Gerald Himmelein in Beiträge Online, Berufliches, Computerei
Aus der Ferne helfen

Aus der Ferne helfen

Nein, dies ist kein Spendenaufruf.

In meinem mittlerweile monatlichen SoftMaker-Blog habe ich über Fernsupport geschrieben, sei es mit AnyDesk, TeamViewer oder VNC.

Manchmal ist die Person, die Ihre Hilfe benötigt, schon damit überfordert, die Fernverwaltungssoftware selbsttätig zu starten. Dies bedeutet, dass Sie Ihren Schützling beim Download telefonisch anleiten müssen. Gehen Sie in kleinen Schritten vor und führen Sie jeden Schritt parallel auf Ihrem eigenen Computer aus, um sicherzustellen, dass Sie nichts Wesentliches auslassen.

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von Gerald Himmelein in Beiträge Online, Berufliches, Computerei

Was tun mit spleenigen Firmen- und Produktnamen

Die erste meiner beiden Grundregeln journalistischer Arbeit lautet: „Die Namen müssen stimmen“. Bei Menschen halte ich diese Maxime für unverhandelbar. Bei den Namen von Firmen und Produkten sehe ich das anders. Das sind keine natürlichen Namen, die kommen aus einem Komitee, wenn nicht gar von einer Marketing-Agentur.

Beim Benennen von Produkten und Herstellern ist das Ziel, hervorzustechen. Bestimmte Tricks bei der Namensgebung machen mich allerdings etwas aggressiv – vor allem seltsame Großschreibung und ausgefallene Interpunktion.

Vor langer, langer Zeit, nannten sich US-Firmen „AAA Irgendwas“ und „ACME“, um im Telefonbuch ganz vorne zu stehen (Für die jüngeren Leser: Telefonbücher waren schwere Papierwälzer, in denen Anschlussinhaber, also Besitzer von Fernsprechern, namentlich sortiert standen. Prä-Internet). Bands nannten sich „Abba“ oder „ZZ Top“, um im Regal des Plattenhändlers leichter gefunden zu werden (Für die Jüngeren: Plattenhändler waren … seufz).

Diese Zeiten sind vorbei. Stattdessen versuchen Hersteller heute oft, durch auffallende Schreibweisen aufzufallen.

So, bevor jetzt ganz viel Text kommt, eine kurze Zusammenfassung:

  • durchgehende Kleinschreibung ist peinlich, Großbuchstaben nach dem ersten Buchstaben noch peinlicher
  • durchgehende Großschreibung bleibt Akronymen vorbehalten, die man eh nicht als Wort ausspricht (z.B. DLG)
  • Einzelne Großbuchstaben in Wörtern tun nicht weh (PageMaker)
  • Interpunktion in Wörtern ist Teufels!werk
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von Gerald Himmelein in Schreibtipps, Sprachliches

Schreiben für ein neues Publikum

Vor einigen Monaten kontaktierte mich die Firma SoftMaker mit der Frage, ob ich jemanden wüsste, der deren Firmen-Blog um Fachartikel ergänzen könnte. Es sollte ausdrücklich nicht um Firmen-PR gehen, sondern um journalistische Berichterstattung. Ich empfand das als eine interessante Herausforderung und bot meine Feder an.

Letzte Woche ist der erste Beitrag erschienen, zum Thema Online-Übersetzer mit speziellem Fokus auf DeepL. Dieses Kölner Unternehmen lässt die Babelfische von Google und Microsoft alt aussehen. Der erste Blog-Beitrag wird von einem Interview flankiert, das mich den Lesern des SoftMaker-Blogs vorstellt.

Ich erzähle im Folgenden mal ein bisschen, wie es war, nach 20 Jahren c’t für ein ganz anderes Publikum zu schreiben und welche Erfahrungen ich dabei gesammelt habe.

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von Gerald Himmelein in Beiträge Online, Berufliches, Computerei
Douglas Adams und der Mueller-Bericht

Douglas Adams und der Mueller-Bericht

Robert Muellers Bericht zur Beantwortung der ultimativen Frage ist raus: Die Frage danach, ob sich Donald Trump mit den Russen verschworen hat. Aus dem, was er gelesen hat, zieht der Oberstaatsanwalt die Schlussfolgerung, dass sich Donald Trump nicht vorsätzlich mit der russischen Regierung verschworen hat. (Riesenüberraschung.)

Zwei Jahre lang haben sich Tausende von Journalisten die Finger wund darüber geschrieben, was Mueller und seine wackeren Recken alles herausfinden könnten über den US-Präsidenten. Spekulationen und wackelige Gerüchte türmten sich aufeinander wie ein Jenga-Turm. Und jetzt … Fakten. Feststehende Tatsachen. Weiter →

von Gerald Himmelein in Eindrücke, Gesehenes

Zwei Grundregeln des Journalismus

Wenn ich an Journalismus denke, drängen sich sofort zwei Maximen nach vorn:

  1. Die Namen müssen stimmen.
  2. 70 Prozent der Leser*innen verstehen keine Ironie.

Beide Leitsätze habe ich im Studium gelernt. Es handelte sich dabei mitnichten um Seminargold aus berufenem Professorenmund, sondern um die erstklassigen Ratschläge einer praktisch denkenden Dozentin.

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von Gerald Himmelein in Schreibtipps, Sprachliches

Journalismus, Wahrheit und das große Drama

Die Versuchung ist enorm, hier einen großen Riemen über das „Selbstbild des Journalisten“ zu schreiben. Das Thema lockt, obwohl ich weiß, dass es eine Falle ist.

Denn es gibt „den Journalisten“ (oder die Journalistin) ebenso wenig wie es den Politiker, den Ausländer, den Raucher gibt. Deshalb finde ich es auch unverantwortlich, das Fehlverhalten eines Journalisten auf die ganze Berufsgattung zu übertragen.

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von Gerald Himmelein in Schreibtipps, Sprachliches