Gerald Himmelein

Schwere Sprache

Schwere Sprache: Apostrophe

Aufgrund meiner wildbewegten Jugend fühlt sich Deutsch für mich mitunter wie eine zweite Sprache an. In meinem Hinterkopf laufen eigentlich dauernd Spanisch und Englisch parallel mit. Wenn die Sprachen im Kopf nicht mehr synchron laufen, fallen mir diverse Kuriositäten auf.

Ein schönes Beispiel ist, wie sich der englische Genitiv schleichend, aber unausweichlich in der deutschen Sprache breitmacht.

Schreiben für ein neues Publikum

Vor einigen Monaten kontaktierte mich die Firma SoftMaker mit der Frage, ob ich jemanden wüsste, der deren Firmen-Blog um Fachartikel ergänzen könnte. Es sollte ausdrücklich nicht um Firmen-PR gehen, sondern um journalistische Berichterstattung. Ich empfand das als eine interessante Herausforderung und bot meine Feder an.

Letzte Woche ist der erste Beitrag erschienen, zum Thema Online-Übersetzer mit speziellem Fokus auf DeepL. Dieses Kölner Unternehmen lässt die Babelfische von Google und Microsoft alt aussehen. Der erste Blog-Beitrag wird von einem Interview flankiert, das mich den Lesern des SoftMaker-Blogs vorstellt.

Ich erzähle im Folgenden mal ein bisschen, wie es war, nach 20 Jahren c’t für ein ganz anderes Publikum zu schreiben und welche Erfahrungen ich dabei gesammelt habe.

Hase gegen Schildkröte

Hase gegen Schildkröte

Im Englischen rennt der Hase nicht gegen einen Igel um die Wette, sondern gegen eine Schildkröte.

Wie kam ich auf die Idee, das zu zeichnen? Keine Ahnung. Gelegentlich zeichne ich einfach drauf los.

Wenn mir ACDsee, Nvidia und Microsoft ungefragt über die Schulter gucken

Beim Stöbern in der Liste der Anwendungen, die mein Windows 10 beim Start lädt, fiel unter „Task Scheduler“ ein „Nvidia Telemetry Monitor“ auf. Bei diesem Anblick lief mir ein bisschen die Galle über und ich machte mich daran, den kleinen Spion lahmzulegen.

Telemetrie ist ein abstraktes Wort für eine ganz konkrete Sache: Telemetrie-Dienste protokollieren Anwenderverhalten und senden die Ergebnisse gebündelt an den Hersteller. Mit etwas Glück werden die Daten vor dem Versand anonymisiert, aber wie gründlich das passiert, entzieht sich meiner Kontrolle.

Wenn mich eine Anwendung ohne Frage per Telemetrie aushorcht, stellen sich deshalb sofort meine Stacheln auf und ich fange an zu forschen.

Windows 10 wacht(e) immer wieder auf

Mein frisch zusammengebauter Rechner (Windows 10 64-Bit) wachte immer wieder aus dem Ruhezustand auf. Grund war eine Einstellung des LAN-Adapters. Festgestellt habe ich das mit dem Befehl „powercfg lastwake„.

So soll es nicht bleiben

Die Situation: Der Umzug meiner Windows-10-Konfiguration scheint wie am Schnürchen gelaufen zu sein. Dann versetze ich den Rechner zum ersten Mal in den Ruhezustand. Die Ventilatoren bleiben stehen, die Monitore schalten sich aus, sieht gut aus. Als ich wenige Minuten später in den Raum zurückkomme, ist der Rechner jedoch an, als sei nichts gewesen.

Ich aktiviere den Ruhezustand wieder und bleibe neben dem PC stehen. Der Rechner schaltet sich tadellos ab. Ich atme einmal aus und einmal ein. Plötzlich melden sich erst die optischen Laufwerke, dann gehen die Monitore wieder an. Nur weil ich Einschlafprobleme habe, muss mein Rechner das doch nicht nachmachen.

Schwere Sprache

Schwere Sprache: auf Andere warten

Eigentlich ist Instant Messaging ja eine rechtschreibregelfreie Zone. Und dennoch habe ich innegehalten, als ich mein eben Getipptes ansah: „Ich bin es nicht gewohnt, auf andere zu warten.“ (Ein Scherz! Im Kontext ist das echt lustig.) War das so überhaupt richtig? Schreibt man „andere“ noch klein? Eigentlich ersetzt es ja ein Hauptwort, dann müsste es doch groß geschrieben werden. Aber „zum anderen“ wird ja kleingeschrieben.

Was sagt der Duden? Grundsätzlich sei beides erlaubt.

Schwere Sprache

Schwere Sprache: brillant

Das ist tatsächlich die richtige Schreibweise: „brillant“ – mit nur einem „i“. Ein Freund merkte gestern im Chat an, dass er gerade erst bemerkt habe, das bisher falsch geschrieben zu haben, und dass er sich dafür schäme.

Dieses Wort ist aber auch eine fiese Nummer: im Englischen heißt es „brilliant“, im Spanischen „brilliante“, und die Schreibweise des deutschen Verbs „brillieren“ führt auch in die falsche Richtung.

Bauarbeiter

Bauarbeiter im Portrait

Fantasie-Portraits von Bauarbeitern. Ich wollte, dass sie so hässlich aussahen, wie ich sie mir nur vorstellen konnte.

Ich hatte da nämlich eine Rechnung offen.

Douglas Adams und der Mueller-Bericht

Robert Muellers Bericht zur Beantwortung der ultimativen Frage ist raus: Die Frage danach, ob sich Donald Trump mit den Russen verschworen hat. Aus dem, was er gelesen hat, zieht der Oberstaatsanwalt die Schlussfolgerung, dass sich Donald Trump nicht vorsätzlich mit der russischen Regierung verschworen hat. (Riesenüberraschung.)

Zwei Jahre lang haben sich Tausende von Journalisten die Finger wund darüber geschrieben, was Mueller und seine wackeren Recken alles herausfinden könnten über den US-Präsidenten. Spekulationen und wackelige Gerüchte türmten sich aufeinander wie ein Jenga-Turm. Und jetzt … Fakten. Feststehende Tatsachen.

Lesefehler auf der Festplatte

Vor knapp zwei Wochen meldete Windows einen Fehler, als ich eine Datei von meiner 4-TB-Festplatte auf eine externe Platte kopieren wollte. Der Versuch, die Partition auf eine brandneue Platte zu klonen, ging gründlich schief. Aber: Schließlich habe ich es doch geschafft, alle Daten (bis auf diese eine Datei) zu retten. Das Ganze hat tatsächlich fünf Tage gefressen.

Meine vier Lektionen aus diesem Fiasko:

  1. Guck zuerst nach, wie schlimm es wirklich um die Platte steht.
  2. Kopiere sofort alle wichtigen Dateien auf ein externes Speichermedium, besser auf zwei.
  3. Versuche je nach Zustand der Platte, alle weiteren Dateien auch zu sichern.
  4. Überprüfe unbedingt, ob die Dateien auf dem Zieldatenträger ohne Fehler angekommen sind. Wenn nicht: Verfolge einen neuen Sicherungsansatz.

Ach, hätte ich das alles doch vorher gewusst. Stattdessen …